Die Eingewöhnung im Entennest
Verlässlichkeit gibt Sicherheit
Während der Eingewöhnungszeit sollte sowohl das Bringen wie auch das Abholen immer vom gleichen Elternteil übernommen werden. Warum dies sehr wichtig ist, erläutere ich im weiteren Verlauf.
Im folgenden Text verwende ich für die bessere Lesbarkeit den Begriff Elternteil stellvertretend für Mama oder Papa.
Konkret sieht der Ablauf einer Eingewöhnung wie folgt aus:
Am 1. Tag kommt der Elternteil mit dem Kind zur vereinbarten Zeit zum Entennest. An diesem Tag „begleitet“ das Kind nur den Elternteil und bekommt Zeit erstmal anzukommen und mich und die Räumlichkeiten wahrzunehmen, während ich mit dem Elternteil den Ablauf des 2. Tages bespreche.
Dauer des 1. Tages: ca. 30 Minuten
Am 2. Tag kommt der Elternteil mit dem Kind wieder zur vereinbarten Zeit zum Entennest. Das Kind wird bewusst „an der Tür abgegeben“. Ich bespreche im Beisein des Kindes mit dem Elternteil, dass dieser nur kurz etwas besorgen geht (z.B. ein Brötchen). Der Elternteil geht dann vom Entennest weg und besorgt das Besprochene. Danach hält sich der Elternteil in der Nähe vom Entennest auf und ist telefonisch für mich erreichbar. Ich gebe dem Kind den Raum und die Zeit nach seinen individuellen Bedürfnissen anzukommen und baue behutsam Kontakt zu ihm auf. Da ich weiß, dass dieser Zeitraum für Eltern immer schwierig, voller Unsicherheiten und Zweifel ist, halte ich in dieser Zeit ganz engen Kontakt zu ihnen mit Text-, Foto- oder Videonachrichten, wie sich das Kind gerade fühlt. Sobald das Kind signalisiert, für diesen Tag genug Neues erlebt zu haben, rufe ich den Elternteil an und informiere, dass das Kind abgeholt werden möchte. Jetzt ist es wichtig, dass der Elternteil zeitnah mit dem Vereinbarten (z.B. dem Brötchen) das Kind abholt.
Zur Erläuterung:
Kinder haben in diesem Alter noch kein ausgeprägtes Zeitgefühl, was eine halbe Stunde, oder eine Stunde bedeutet. Sie spüren in diesem Alter jedoch bereits sehr genau, ob man etwas vereinbartes einhält und Mama oder Papa mit dem Besprochenen wiederkommen oder nicht. Also ob man zuverlässig ist, was sich unmittelbar auf die Bindung zwischen dem Kind und dem Elternteil auswirkt.
Nach einem kurzen Feedback-Gespräch endet dieser zweite Eingewöhnungstag.
Dauer des 2. Tages: Nach meiner Erfahrung ist es je nach Kind ganz unterschiedlich und kann zwischen 30 Minuten und 2 Stunden dauern.
Nach diesem Schema verläuft die weitere Eingewöhnung. Wobei sich die tägliche Dauer, je nach Kind, immer etwas verlängern wird.
Am Ende der ersten Woche gebe ich ein Wochen-Feedback und bespreche mit dem Elternteil den voraussichtlichen Verlauf der zweiten Woche.
Erfahrungsgemäß sind die Kinder nach diesen zwei Wochen eingewöhnt.